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Dienstag, 21. November 2017
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Nachhaltigkeitsbeirat oder EnBW Atomclub?
Ein besonderer Clou ist der Landesregierung Baden W√ľrttemberg mit der Schaffung des sogenannten ?Nachhaltigkeitsbeirat Baden W√ľrttemberg " gelungen. Jetzt setzt er mit einer neuen Studie die Kampagne der EnBW ? Mit Kernenergie f√ľr den Klimaschutz? um. Dies wundert nicht, ist doch Prof. Dr. Ortwin Renn der Vorsitzende dieses Gremiums. Prof. Dr. Ortwin Renn hat in Baden W√ľrttemberg lange im Auftrag der Landesregierung so genannte ?Technikfolgenabsch√§tzung? betrieben. Sei es im Bereich Gentechnik, Mobilfunk oder Atomenergie. Technikfolgenabsch√§tzung war und ist f√ľr Herrn Renn immer sanfte, aber gezielte Durchsetzung von Gefahrtechnologie. Akzeptanz durch Partizipation ist sein Zauberwort, beispielsweise bei der Durchsetzung von atomaren Endlagern. In der Realit√§t ging es aber immer um die Akzeptanz durch die Illusion von Partizipation. In den unterschiedlichsten Funktionen hat Herr Renn so der Landesregierung und den verschiedensten Konzerninteressen gedient, wenn es darum ging Gefahrtechnologien politisch durchzusetzen. Jetzt betreibt er das selbe Spiel im Nachhaltigkeitsbeirat.

Wenn die Landesregierung und der Nachhaltigkeitsbeirat sich jetzt f√ľr die Gefahrzeitverl√§ngerung von AKW aussprechen dann geht es nicht um den Klimaschutz, sondern um Konzerninteressen. Konzerne schaffen gerne, scheinbar neutrale Gremien um ihre wirtschaftlichen Intereressen durchzusetzen. √Ąhnliche "Gutachtergremien" gab es weltweit um die Gefahren der Klimaver√§nderung herunterzuspielen. Warum werden die Gefahren der Laufzeitverl√§ngerung nicht gesehen? Die Antwort ist einfach. "Its the economy stupid? Es geht ums Geld, um sehr viel Geld. Die Laufzeitverl√§ngerung von Atomkraftwerken bringt uns allen viele Risiken, den Atomkonzernen und vermutlich auch den Lobbisten aber viel Geld: Die Heinrich B√∂ll Stiftung hat die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby sind: ?F√ľr die √§lteren ? und in den n√§chsten Jahren zur Stillegung anstehenden ? Atomkraftwerke ergeben sich ?Zusatz?ertr√§ge von durchschnittlich 200 bis 300 Mio. Euro j√§hrlich, f√ľr die neueren Anlagen summieren sich die j√§hrlichen Zusatzertr√§ge auf 300 bis 400 Mio Euro. √úber alle (aktuell noch betriebenen) Atomkraftwerke und alle Betreiber summieren sich diese Zusatzertr√§ge f√ľr jeweils ein Jahr Laufzeitverl√§ngerungen auf ein Gesamtvolumen von 4,6 bis 6,2 Mrd. Euro.

Es ist h√∂chste Zeit, dass die wenigen √∂kologischen Feigenbl√§tter im Nachhaltigkeitsbeirat Baden W√ľrttemberg die Konsequenzen ziehen und zur√ľcktreten.
 
Eintrag vom: 28.04.2007 Autor: Axel Mayer / BUND Gesch√§ftsf√ľhrer




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