oekoplus - Freiburg
Dienstag, 23. Januar 2018
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


Freiburg steigt in der Solarbundesliga auf!
B√ľrgerbeteiligungsanlage des fesa e.V. auf dem SC Stadion
 
Freiburg steigt in der Solarbundesliga auf!
Freiburg macht drei Plätze gut und landet auf Rang 4 - Großanlage vom Eichelbuck bringt Freiburg deutliche Punkte

Freiburg, 19.06.2012: Trotz der Inbetriebnahme der bisher gr√∂√üten Freiburger Solaranlage am Eichelbuck mit 2,5 Megawatt peak (MWp) im vergangenen Dezember startete Freiburg auf Platz 6 der Solarbundesliga ins neue Jahr - und rutschte im Verlauf sogar noch auf Platz 7 ab. 2003 bis 2006 stand die Stadt auf Rang 1 - wurde in den folgenden Jahren jedoch von St√§dten wie Ulm und Ingolstadt √ľberholt. Doch der Abw√§rtstrend scheint gebrochen - erstmals machte Freiburg wieder Punkte gut und landet knapp hinter Erlangen, aber recht deutlich vor Reutlingen auf dem vierten Platz.

Dritter Platz ist machbar

"Der dritte Platz muss zur Herbstmeisterschaft machbar sein!", meint Nico Storz, Gesch√§ftsf√ľhrer des regionalen Vereins f√ľr Erneuerbare Energien, fesa e.V. Nur auf die ersten beiden R√§nge braucht sich Freiburg auf absehbare Zeit erst mal keine Hoffnungen zu machen. Ulm und Ingolstadt liegen in der Tabelle der Gro√üst√§dte mit √ľber 160 Punkten weit vorne - gefolgt von Erlangen mit 91 und Freiburg mit 90 Punkten.
"Gro√üe St√§dte haben es grunds√§tzlich schwerer, Fl√§chen f√ľr Fotovoltaik und Solarthermie zu erschlie√üen", erl√§utert Nico Storz, "Deshalb ist es ganz beachtlich, dass sich Freiburg nach wie vor mit √ľber 200.000 Einwohnern in den Top10 der Gro√üst√§dte behauptet", so Storz weiter. Die Gr√ľnde, warum gro√üe St√§dte mehr H√ľrden meistern m√ľssen, sind zahlreich. Anders als auf dem Land, wo privater Hausbesitz weit verbreitet ist, sind die Eigentumsverh√§ltnisse von Wohngeb√§uden in St√§dten komplizierter. Um ein Dach mit Fotovoltaik zu best√ľcken, m√ľssen hier Eigent√ľmergemeinschaften, Erbgemeinschaften oder Investoren √ľberzeugt werden - was sich lange ziehen kann und viel √úberzeugungsarbeit ben√∂tigt. In Freiburg kommt hinzu, dass verglichen mit anderen St√§dten wenig Industried√§cher zur Verf√ľgung stehen und die Einwohner sehr dicht beieinander wohnen: Mit 36,3 m¬≤ Wohnfl√§che je Einwohner liegt Freiburg im Deutschlandvergleich fast auf dem letzten Platz - im Schnitt hatte in Baden-W√ľrttemberg 2010 jeder Einwohner 42,9 m¬≤ zur Verf√ľgung. Je weniger Wohnfl√§che, desto weniger Dachfl√§che f√ľr Fotovoltaik stehen je Einwohner zur Verf√ľgung - und die Solarbundesliga misst genau diesen Wert, n√§mlich die Solarthermie in m¬≤ je Einwohner sowie die Fotovoltaik in Watt je Einwohner.

Freiburg nutzt sein Potenzial

"Trotz etwas schwierigerer Ausgangsbedingungen hat Freiburg einen ganz bedeutenden Vorteil: Eine den Erneuerbaren Energien gegen√ľber sehr aufgeschlossene Bev√∂lkerung", erl√§utert Nico Storz vom fesa e.V. Seitdem 1994 die erste B√ľrgerbeteiligungssolaranlage des fesa e.V. in Betrieb ging, hat Freiburg seine Vorreiterrolle in Sachen Erneuerbare Energien behalten. Zahlreiche Unternehmer, Architekten, die Verwaltung der Stadt Freiburg, die regionalen Energieversorger und insbesondere eine Vielzahl von Privatpersonen setzen sich ehrgeizig f√ľr die Energiewende ein. Laut der FREE-Sun Statistik der Stadt Freiburg aus dem Jahr 2009 hat die Stadt ein theoretisches Potenzial von 3,3 Millionen Quadratmetern Dachfl√§che. Nur mit Fotovoltaik belegt w√ľrde dies eine Gesamtleitung von 300 MWp ergeben.

Solarenergie ist nicht alles - der Mix zählt

"Ausschlaggebend f√ľr den Erfolg ist nicht nur ein guter Platz in der Solarbundesliga", erl√§utert Nico Storz. "Um die Energiewende zu einer 100-prozentigen Umstellung auf Erneuerbare Energien zu erreichen, brauchen wir einen intelligenten Mix mit Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser, Geothermie, Biomasse und insbesondere der Energieeffizienz." Die Studie "Freiburg 2050 - auf dem Weg zur Klimaneutralit√§t" zeigt die hohen Anforderungen, die auf die Stadt zukommen. "Mehr denn je brauchen wir einen hohen Einsatz der Bev√∂lkerung, Aufkl√§rung auf allen Ebenen und viel √úberzeugungsarbeit, um die ehrgeizigen Ziele in Sachen Klimaschutz zu erreichen", best√§tigt Nico Storz.

Solaranlage am Eichelbuck trägt zum Erfolg bei

Anders als in anderen Regionen gibt es auf Freiburger Gemarkung keine gro√üen Freifl√§chenanlagen, was den Erfolg in der Solarbundesliga umso beachtlicher macht. Die bisher gr√∂√üte Freiburger Fotovoltaikanlage mit 2,5 MWp auf dem Eichelbuck wurde am 20.12.2011 feierlich in Betrieb genommen. Der Eichelbuck als ehemalige M√ľlldeponie z√§hlt als Konversionsfl√§che, da das zuvor brach liegende Land landwirtschaftlich nicht nutzbar ist und der Nahrungsmittelproduktion somit keine Konkurrenz bietet. "Es muss absolute Priorit√§t haben, alle Dachfl√§chen und brachliegenden Freifl√§chen zur Gewinnung von Solarenergie zu verwenden. Eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion soll vermieden werden", ist Nico Storz √ľberzeugt, "Denn zu Recht wollen die Freiburger auf dem Tuniberg lieber Weintrauben statt Solaranlagen wachsen sehen." Die Solarbundesliga honoriert diese Einstellung: Eine Vielzahl dezentraler, kleinerer Anlagen wird h√∂her bewertet als wenige gro√üe Anlagen.
"Freiburgs Platz in den Top10 der Solarbundesliga ist ein sch√∂ner Nebeneffekt der ehrgeizigen Energiewende in der Region - dar√ľber hinaus d√ľrfen wir jedoch das eigentliche Ziel, eine umfassende, demokratische und dezentrale Energiewende unter Einbezug einer Vielfalt an Technologien und mit breiter Akzeptanz und Beteiligung der Bev√∂lkerung nicht aus den Augen verlieren", schlie√üt Nico Storz.

Veranstaltungshinweis

Um den Ausbau der Solarenergie voranzutreiben veranstaltet die Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit dem fesa e.V. das Fachseminar "Gemeinsam von Solaranlagen profitieren", das insbesondere Wohnungseigent√ľmer, Eigent√ľmergemeinschaften, Genossenschaften oder Wohnbaugenossenschaften anspricht und √ľber die aktuellen Rahmenbedingungen, die Direktvermarktung und den Eigenverbrauch von Solarstrom informiert. Zus√§tzlich besteht die M√∂glichkeit f√ľr Interessierte, sich direkt vor Ort von Finanzierungsexperten beraten zu lassen.

Datum und Ort:
Seminar: Mittwoch, 4. Juli, 18:30 Uhr, Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Kirchstraße 4
Exkursion: Freitag, 6. Juli, 18:00, Opfingen

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung an umweltschutzamt@stadt.freiburg.de
 
Eintrag vom: 20.06.2012  




zurück

Copyright 2010 - 2018 Benjamin Jäger